Nachdem OM Georg (DL5GSM) letztes Jahr seine Kurzwellen-Multiband-Antenne erfolgreich erneuert hatte (siehe Bericht 2025) sollte heute der Mast mit den UKW-Antennen und dem KW-Dipol einer Revision unterzogen werden. Aus diesem Grund besuchte gegen 10 Uhr OM Daniel (DJ1HWE) bei schönstem Wetter Georg und seine YL Sylvia (DE5SYL) in Obersdorf bei Sangerhausen.
Der Zahn der Zeit hatte die letzten 10 Jahre ganz schön an den Befestigungen, Kabelbindern und sonstigen Holz- und Kunststoffteilen der Antennenanlage genagt und machte einen Austausch notwendig. Aber zuerst wurde gemeinsam Kaffee getrunken und das weitere Vorgehen beraten. Georg hatte alles perfekt vorbeireitet, alle betreffenden Muttern bereits mit Rostlöser behandelt und schadhafte Teile in seiner heimischen Werkstatt neu gefertigt. Darunter auch einige Holtklötze, die als Widerlager des schwenkbar angebrachten, unteren Mastendes dienten. Dieses befindet sich etwa in vier Metern Höhe an einer Hauswand. Der Mast selbst ist sechs Meter lang, dient als Speise- und Abspannpunkt der KW-Dipolschenkel und trägt den Rotor für zwei UKW-Yagi- sowie eine UKW-Vertikal-Antenne. Durch das untere Schwenklager und eine fest installierte Seilwinde kann der Mast umgelegt werden, so dass man an gut daran arbeiten kann.
Die Yagi-Antennen hatte Georg seinerzeit mit horizontaler Polarisation am Mast befestigt, was für die Betriebsart SSB und andere Weitbereichs-Ausbereitungsarten Standard ist. Es zeigte sich aber, dass die Lage von Georgs QTH für UKW-Verbindungen mehr oder weniger ungünstig ist. Obwohl Obersdorf auf 200 m über NN liegt, wirkt sich die Kessellage im Gonnatal sehr negativ auf die Effektivität aus. Denn für UKW gelten letztendlich die Gesetze einer quasioptischen Ausbreitung. Für Relaisverbindungen sowie lokale FM-Verbindungen ist zudem eine vertikale Antennenpolarisation üblich. Durch diesen Polarisaitonsunterschied zwischen Sende- und Empfangsantenne entstehen Dämpfungsverluste von 15 bis 20 dB, was bei ohnehin schwachen Signalen einem Totalverlust gleichkommt. Ein weiteres Ziel war also nun, die Yagi-Antennen in die vertikale Polarisation zu drehen, um so vielleicht künftig den Rundspruch auf unserer OV-Frequenz (145,400 Mhz) zu empfangen.
Bevor das aber möglich war, mussten zunächst die völlig verrotteten Holzteile der unteren Mastbefestigung ausgetauscht werden, was dank der guten Vorbereitung auch problemlos klappte. Nach dem Lösen eines Dipolschenkels konnten der Mast mit der Seilwinde vorsichtig umgelegt und mit den Wartungsarbeiten begonnen werden: Defekte Kabelbinder wurden erneuert, eine Abzweigdose am Antennenrotor ersetzt sowie die Yagi-Antennen gedreht. Zwischendurch wurden wir von Sylvia mit leckerem Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen verwöhnt und nutzen die Pausen für ausgiebige Gespräche. Wir ließen es uns gut gehen!
Auch das Aufrichten des Mastes sowie die abschließende Installation des Dipolschenkels ging ohne Probleme vor sich. Wir freuten uns. Nun der große Augenblick: Es gelang Georg tatsächlich mit einem testhalber an die 2-m-Yagi-Antenne angeschlossenen Handfunkgerät mit 5 W Sendeleitung das über 100 km entfernt liegende Schneekopf-Relais im Thüringer Wald zu öffnen. Ein großartiger Erfolg, der mit frischen Bratwürsten und selbst bereiteten Salaten am Grill gefeiert wurde.
Kurz vor dem Abschied gab es doch noch einmal ölverschmierte Hände, nachdem der defekte Schalter des Rückfahrlichtes an Daniels Trabi durch Georg fachgerecht ausgetauscht wurde. So zeigte wieder einmal, dass durch Freundschaft und Zusammenarbeit unter Funkamateuren nahezu jedes Problem gelöst werden kann.
Inzwischen konnte Georg auch an unserem montäglichen Rundspruch erfolgreich teilnehmen was die prinzipielle Wirksamkeit der geänderten Antennenpolarsatin auch Richtung Artern bestätigte.
Text: DJ1HWE





