Wenn man an Antennen denkt, hat man meistens lange Metallstangen im Kopf. Doch was wäre, wenn eine Antenne ihre Länge je nach Funkfrequenz völlig unsichtbar verändern könnte – ganz ohne mechanische Motoren oder Schalter?
Genau das gelingt mit einem kleinen, aber genialen Bauteil aus der Bastelwerkstatt: dem Antennentrap (Sperrkreis).
Ein Draht, zwei Welten
Wer im Amateurfunk auf verschiedenen Wellenlängen – wie dem 40-Meter- und dem 80-Meter-Band – unterwegs ist, stößt schnell an Platzgrenzen. Eigentlich bräuchte man für jedes Band eine unterschiedlich lange Antenne. Mit einem geschickt eingebauten Trap schlägt man jedoch zwei Fliegen mit einer Klappe.
Stell dir das Bauteil wie ein elektronisches Schloss vor:
- Auf dem 40-Meter-Band (7MHz): Der Schwingkreis im Inneren rastet exakt auf diese Frequenz ein. Plötzlich wird er extrem „hochohmig“ und sperrt den Weg für den Strom komplett ab. Für die Funkwellen ist an dieser Stelle Endstation – die Antenne verkürzt sich wie von Zauberhand genau auf das passende Maß für 40 Meter.
- Auf dem 80-Meter-Band (3,5MHz): Hier merkt der Schwingkreis von alledem nichts. Er verhält sich völlig neutral, lässt die Energie ungehindert durch, und plötzlich schwingt die Antenne in ihrer vollen Gesamtlänge.
Der Selbstbau: Aus dem 3D-Drucker an die Antenne
So ein cleveres Bauteil kauft man nicht von der Stange, das entsteht am Besten im Eigenbau. Das Herzstück bildet ein maßgeschneiderter Spulenkörper aus dem 3D-Drucker, auf den ein Stück Koaxialkabel (RG-58) sauber aufgewickelt wird.
Über die kleinen Laschen an den Enden lässt sich das Ganze später nahtlos in den Antennendraht einhängen. Fertig montiert sieht das Ganze dann so aus.
Der Clou bei dieser Art von Koax-Trap: Im Inneren des Spulenkörpers findet die entscheidende Verschaltung statt. An den beiden Enden verbindet man jeweils die Seele mit der Masse (dem Schirm) des gegenüberliegenden Punktes. Die beiden anderen, verbleibenden Anschlüsse werden dann direkt mit den Schrauben verbunden.


Der Moment der Wahrheit: Der Test am Messplatz
Bevor das gute Stück nach draußen wandert, will man natürlich wissen, ob es auch das tut, was es soll. Mit einem kleinen Taschen-Messgerät (NanoVNA) wirft man einen Blick in das Innenleben.
Symbolbild
Auf dem Display zeigt sich ein Bild wie aus dem Lehrbuch: Ein steiler Einbruch (ein sogenannter Notch) genau da, wo er sein muss – der Marker sitzt perfekt bei 6,95 MHz nahe am 40-Meter-Band. Das beweist, dass der Sperrkreis bei der Ziel-Frequenz komplett dichtmacht und den Strom stoppt.

Am Ende ist es genau das, was das Hobby so spannend macht: Aus ein bisschen Plastik, Draht und Elektronik entsteht ein unsichtbarer Helfer, der dafür sorgt, dass Signale genau da ankommen, wo sie hin sollen!
Das 3D Model kann gerne unter https://makerworld.com/de/models/3491300-hamradio-trap-for-7mhz heruntergeladen werden.
73 DL4ATV
